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Rituale

Die 8 beliebtesten Ritual-Familien für Deine freie Trauung

Rituale symbolische Handlung oder Hochzeitsbrauch. Traurituale haben so viele Namen, wie Eure Liebe bunt ist. Doch was genau sind eigentlich Rituale in der freien Hochzeit und warum erfreuen sie sich einer so großen Beliebtheit?

Nun, Rituale halten uns zusammen, sie strukturieren unseren Alltag und haben trotzdem die Magie, kleine besondere Momente zu schaffen. Jede Kultur auf der ganzen Welt hat ganz bestimmte Sitten und Bräuche, die oft in rituellen Zeremonien auf die eine oder andere Art gefeiert werden.

Heute möchte ich Dir nach einer kurzen Erklärung zu den unterschiedlichen Ritual Familien die schönsten Hochzeitsbräuche für Deinen Einzug zur freien Hochzeit vorstellen:
Rituale in der Gesellschaft
Welche Ritual Familien gibt es?
Rituale zum Einzug
Der Einzug zur freien Trauung
der amerikanische Einzug
„hier kommt die Braut“
Der First Look
Brautübergabe
Stolperfallen

Die graue Theorie

Das ist Dir zu theoretisch? Kein Problem: dann beginnen wir doch mit einem Praxisbeispiel, welches wahrscheinlich Deutschlands beliebtestes Ritual darstellt: und das an jedem einzelnen Morgen. Denn die erste Tasse heißen, starken Kaffee’s oder Tee’s, die ist für die meisten Menschen heilig. Und die zelebriert jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise.

Die einen stellen sich extra den Wecker 10 Minuten früher, um in der Küche ganz in Ruhe aus dem Fenster zu schauen, und den Morgen zu begrüßen. Wieder andere stürzen ihn hektisch runter und hoffen einfach, dass sie sich nicht verbrennen. Und genau hier kommen wir der Sache mit den Ritualen schon näher: denn obwohl im Kern gleich, so zelebriert doch jeder Mensch seine ganz eigene Art und Weise. Ich gestehe an dieser Stelle, ich gehöre zur Kaffee-Fraktion, die am allerliebsten mit einem Kaffee im Bett in den tag startet.

Rituale in der Gesellschaft

Gesellschaftliche Rituale spielen bei allen Ereignissen eine wichtige Rolle und geben uns so ein Gefühl der kollektiven Zusammengehörigkeit. Und bei einem so wichtigen Lebensereignis wie der eigenen Hochzeit, ja, da gehören Rituale und symbolische Handlungen einfach ganz fest dazu.

Ich wette, wenn ich jetzt die ersten 5 Töne des Hochzeitsmarsches einspielen könnte, dann hättest Du sofort ein Bild im Kopf von einer Braut, die langsam am Arm ihres Vaters zum Altar schreitet. Habe ich die Wette gewonnen? Und wenn ich jetzt die uralten Ritusworte „bis das der Tod Euch scheidet“ laut aussprechen könnte, dann weiß ich genau, dass ich nicht extra erklären müsste, was gerade passiert. Denn genau das machen Rituale mit uns.

Ganz unten im Bauch, da geben sie uns ein wohlig warmes Gefühl des Verstehens, des Dazugehörens. Welches kleine Mädchen träumt nicht irgendwann einmal davon, in ihrem weißen Kleid am Arm des Vaters nach vorne zum Lieblingsmenschen zu schreiten? Im Laufe unseres Lebens werden wir diesen Moment von unseren Geschwistern, Freunden und Verwandten miterleben und immer schwingt da leise im Hinterkopf dieses Bild der eigenen Hochzeit mit. Das tiefe Wissen darum, eines Tages selbst den Einzug mit allem Drumherum zu zelebrieren und die eigenen Ritusworte zu sprechen.

Und genau da, da beginnt er: Dein Traum der freien Trauung. Deine freie Interpretation gelebter symbolischer Handlungen – eben nur ein wenig modernisiert und personalisiert. Denn genau dafür sind sie da: Rituale in der freien Trauung.

Doch damit wäre noch immer nicht die Frage beantwortet, welche Rituale es eigentlich genau gibt und wie Du diese ganz einfach persönlich und authentisch für eure freie Hochzeit umwandeln kannst.

Dieser Blogbeitrag bildet den Auftakt einer 8-teiligen Reihe, in der wir Schritt für Schritt durch die unterschiedlichen Arten von Ritualen gehen und ich Euch natürlich immer mit tollen Praxisbeispielen versorge.

Rituale, symbolische Handlungen, und Hochzeitsbräuche gibt es viele in der freien Trauung. Doch was genau ist das überhaupt: ein Trauritual und welche Möglichkeiten hat das Brautpaar.
weiße Chiavari Traustühle in der freien Trauung

Eine erste Einteilung der Rituale sieht folgendermaßen aus:

  1. Rituale zum Einzug der freien Trauung
  2. Erinnerungsrituale
  3. Danke-Rituale
  4. Rituale zum Neubeginn
  5. Wunsch-Rituale
  6. Unterstützungs-Rituale
  7. Zusammengehörigkeits-Rituale
  8. Rituale zum Auszug

Und weil es sich so anbietet, beginnen wir heute direkt mit dem Anfang der freien Hochzeit

Rituale zum Einzug der freien Trauung

Wahrscheinlich hat Euch Euer freier Redner schon ein wenig auf diesen Moment vorbereitet. Denn der Einzug ist und bleibt einer der emotionalsten Momente des eigenen Hochzeitstages. Das mag zum einen daran liegen, das es schlicht und ergreifend einer der ersten offiziellen Rituale ist. Auf der anderen Seite entladen sich in diesem Moment aber einfach so unendlich viele Emotionen und Gefühle, die einen schlicht umhauen.

Die meisten Paare verbringen tatsächlich noch die letzte Nacht vor der Hochzeit getrennt. Braut und Bräutigam zelebrieren ihr Getting Ready und vielleicht habt ihr ja auch an die berühmte Morgengabe gedacht? Und dann, dann ist es plötzlich so weit. Und das ganz ähnlich wie an Weihnachten: viel zu schnell ist der Augenblick des „Jetzt geht es los“ da. Du stößt vielleicht gerade noch mit Deinen Brautjungfern ein letztes Mal an, atmest tief durch und kannst das alles gar nicht so richtig glauben.

Die monatelange Planung, das nächtelange Gedankenmachen, Deko Konzepte entwickeln um sie wieder zu verwerfen, das viele Kopfzerbrechen über die Gästeliste und noch viel schlimmer die Sitzordnung beim Essen – all das löst sich mit diesen 4 Worten auf und Du bist nun ganz offiziell eine Braut auf dem Weg in die Ehe. Puh, da kann einem aber auch wirklich das Herz bis zum Hals schlagen.

Der amerikanische Einzug

Vielleicht kennst Du die Bilder aus den einschlägigen amerikanischen Liebesfilmen. Alle Gäste stehen und warten ungeduldig auf die Braut, die ersten Töne der Musik erklingen und die zartbesaiteten zupfen schon die Taschentücher heraus. Alle wollen ihn erhaschen, den ersten Blick auf die Braut.

Doch dieser Augenblick – der kann natürlich ganz besonders zelebriert werden. Und zwar mit dem Einzug Deiner Bridesmaid und ihren Groomsmen. Meist tragen die Brautjungfern hier Kleider in der gleichen Farbe.

Kurz danach kommen die Blumenmädchen und streuen überall Blütenblätter auf den Mittelgang. Vorne tritt der Bräutigam immer ungeduldiger von einem Fuß auf den anderen und plötzlich geht ein Raunen durch die Hochzeitsgäste.

Dein Auftritt. Genieße ihn. Und zwar aus ganzem Herzen. Nie mehr wirst Du so sehr im Fokus stehen und Dir so bedingungslose Bewunderung gemischt mit Freudentränen und leisen Bewunderungsrufen entgegengebracht. Und das ist und bleibt ein tolles Ritual – oder?

Das berühmte „hier kommt die Braut“ Schild

Auf Pinterest tümmeln sie sich: die Bilder von süßen kleinen Jungs im Frack, Hemd oder wahlweise Chino’s, die mit stolz geschwellter Brust ein Schild mit der Aufschrift „Hier kommt die Braut“  tragen und damit den Mittelgang entlang pesen. Manchmal sind auch kleine lustige Botschaften auf den Schildern vermerkt oder es werden Luftballons mit einer personalisierten Aufschrift genutzt.

Extra Tipp:
Viele tolle Inspirationen und DIY Ideen habe ich Dir übrigens in meinem Pinterest Board „Rituale zum Einzug“ zusammengestellt:

Der First Look

Hier gibt es unterschiedliche Varianten, die ich gar nicht zur Diskussion stellen möchte. Doch wenn ihr Euch dafür entscheidet, Euch während der freien Trauung das erste Mal als Braut und Bräutigam gegenüber zu treten, dann kann ich aus eigener Trauredner Erfahrung verraten, dass dieser Augenblick wirklich magisch ist und mich jedes Mal tief berührt.  
Nehmt Euch die Zeit, Euch zu bewundern, zu berühren und zu genießen. Denn nun geht er endlich los, Euer Hochzeitstag!

Sehr ungewöhnlich, aber wirkungsvoll: der Einzug des Bräutigam‘s

Manch einer der modernen Männer fragt sich, warum eigentlich nur die Frau die Ehre eines eigenen Einzugs genießen soll und entschließt sich, gleichzuziehen. Der Einzug des Bräutigams erfolgt meist mit der eigenen Mutter und kann entweder sehr lustig, oft aber auch wahnsinnig emotional sein. Und ich darf Euch verraten: bisher hat noch jede Bräutigam Mutter ihren Sohn voller Stolz nach vorne begleitet.

Die traditionelle Übergabe der Braut durch den Brautvater

Auch wenn in manchen Kirchen dieser Brauch (leider) nicht mehr gestattet ist, so darf er auf vielen freien Hochzeiten nicht fehlen. Denn dieses Ritual ist weder vertaubt noch unterdrückt es die Braut. Vielmehr ist er ein Ausdruck tiefer Liebe zwischen Braut und Brautführer (was ganz oft der Vater übernimmt, aber auch jede andere Person Deines Vertrauens sein kann).

Während der Bräutigam schon vorne am Trautisch voller Ungeduld auf seine Braut wartet, schreitet diese am Arm des Vaters den Mittelgang entlang und führt am Ende Braut und Bräutigam zusammen. Für mich die schönste Art und Weise, die eigene Tochter in die neue Familie zu übergeben und den Schwiegersohn in die eigene Familie aufzunehmen. Denn aus zwei Familien soll an Eurem Hochzeitstag doch eine große werden oder?

Kleiner Extra Tipp:
übt vorher unbedingt mit Euren Vater das „Schreiten“. Und dass meine ich wirklich so. Ich spreche hier vom l-a-n-g-s-a-m-e-n Schreiten, immer einen Schritt neben den anderen und nicht vom Rennen.  Solltest Du ein Kleid mit Reifrock tragen, zieh auch den schon an. Denn nichts ist schwieriger, als in diesem Augenblick nicht dem inneren Impuls zu folgen und zu Deinem Bräutigam zu rennen. Ihr habt meistens min. 3 Minuten Zeit, um nach vorne zu „Schreiten“. Nutzt die Zeit und genießt den Augenblick.

Welche Stolperfallen es beim Einzug zu umschiffen gilt

Auch wenn das keine Braut hören möchte: Wenn ihr eine freie Trauung feiert, dann ist das Wort „frei“ in den meisten Fällen wortwörtlich gemeint. Was also tun, wenn es regnet? Benenne unbedingt im Vorfeld eine verantwortliche Person, der bis 1 Stunde vor der Zeremonie entscheidet, ob diese drinnen oder draußen stattfinden soll. Und bitte nicht den Bräutigam! Deine Trauzeugin, Mutter oder Cousine eignet sich wirklich viel besser für diesen Job!

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist die reine Logistik um den Einzug der freien Trauung. Wer trägt Sorge dafür, dass alle Gäste en Trauort finden? Wer bedient die Musik sollte es keinen Live Gesang geben und woher weiß der Hochzeitsredner, dass die Braut da ist und die Zeremonie beginnen kann? Und überhaupt, wann und wie erfahren die Gäste, dass es los geht und sie sich endgültig an ihre Plätze begeben sollen und im besten Fall zum Einzug der Braut erheben? Mein Tipp: besprecht all diese Punkte mit Eurem Redner, der hier sicherlich über viel Erfahrung verfügt und einen entspannten Ablauf mit Euch planen kann.

Ich hoffe, dass Dir diese Tipps zum Einzug schon eine Idee über die unzähligen wunderschönen Möglichkeiten der freien Trauung geben konnte. Im nächsten Teil sprechen wir dann über ein etwas schwierigeres Thema: Erinnerungsrituale für all diejenigen Menschen, die an Eurem Hochzeitstag nicht persönlich anwesend sein können.

Und für diejenigen unter Euch, die es gar nicht mehr aushalten: in dem Blogbeitrag „Das moderne Handfasting“ stelle ich Euch schon einmal eines meiner absoluten Lieblingsrituale vor.

Bis dahin – Ahoi!

FreiAnker | Traublog by Anja
Die 8 schönsten Ritual Familien für Deine freie Trauung

Foto Credit für alle Bilder: Cornelia Lietz

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Unser Autor

Hey, ich bin Anja. FreiDenkerin. WortMalerin. TrauRednerin und der kreative Kopf hinter FreiAnker. Kommt mit in meiner Welt der freien Trauungen, Hochzeitsritualen, Eheversprechen und den schönsten Trauorten auf der Welt.

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